plenck2aJoseph Plenck (geb. 28.11.1735 in Wien, † 24.8.1807),
Begründer der modernen Dermatologie.
Plencks Oeuvre umfasste mehr als 20 Schriften in den verschiedensten Fachbereichen der Medizin. Seine Schrift über die Krankheiten der Haut (Traktat Doctrina de morbis cutaneis, 1776, Wien) hat besondere Bedeutung, weil sein Ansatz, die Dermatosen nach ihren sichtbaren Veränderungen am Integument - den Effloreszenzen („Hautblüten“) - einzuteilen, damals komplett neu war und seither im Prinzip beibehalten wurde. In Wien wurde diese Klassifikation durch Ferdinand Hebra aufgegriffen, durch dessen Schwiegersohn Moriz Kaposi zementiert und durch den Welterfolg der Schule beider zum Rüstzeug für alle Studenten und werdenden Dermatologen. In der Perspektive der Geschichte unseres Faches fungiert Plenck als „Protodermatologe“.
(nach Karl Holubar, JDDG 2007)

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1610-0387.2007.06468.x/epdf

hebra medFerdinand Ritter von Hebra (* 7. 9. 1816 in Brünn; † 5. 8. 1880 in Wien),
Begründer der wissenschaftlichen Lehre von den Hautkrankheiten
Nach dem Studium der Medizin an der Universität Wien war Hebra ab 1843 Sekundararzt an der Abteilung für Brustkranke im Allgemeinen Krankenhaus Wien unter Joseph Skoda, der auch eine Station für Patienten mit chronischen Hautausschlägen angegliedert war. Durch exakte Beobachtung und Selbstversuche glückte Hebra 1844 der Nachweis, dass es sich bei der Skabies um eine parasitäre Erkrankung handle. Im selben Jahr habilitierte er sich, 1845 erhielt er mit nur 29 Jahren die Leitung einer eigens für ihn geschaffenen Abteilung für Hautkrankheiten am AKH. 1849 wurde Hebra Vorstand der neu gegründeten ersten dermatologischen Universitätsklinik des deutschen Sprachraums in Wien.
Durch sein wissenschaftliches Wirken schuf Hebra die Dermatologie als neue Spezialdisziplin und machte Wien zum weltweiten Mittelpunkt dermatologischer Forschung und Lehre.
1856-1876 veröffentlichte Hebra seinen monumentalen „Atlas der Hautkrankheiten", versehen mit Bildern von Anton Elfinger und Karl Heitzmann, herausgegeben von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Hebras "Atlas der Hautkranheiten" wurde von der ÖGDV in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Nationalbibliothek im Jahr 2014 digitalisiert.
(nach: www.wien.gv.at, 28.10.2016)

kaposi medMoriz Kaposi (* 23. 10. 1837 in Kaposvár, Ungarn; † 6. 3. 1902 in Wien)
Kaposis ursprünglicher Nachname war Kohn. Bei seinem Übertritt vom jüdischen zum katholischen Glauben beantragte er jedoch aufgrund der Häufigkeit des Namens Kohn eine Namensänderung in Kaposi in Anlehnung an seine ungarische Geburtsstadt.
Nach dem Medizinstudium in Wien habilitierte sich Kaposi 1866 mit der Schrift "Dermatologie und Syphilis". Mit seinem Lehrer und Schwiegervater Ferdinand von Hebra verfasste er 1878 das Standardwerk „Lehrbuch der Hautkrankheiten“. Nach Hebras Tod 1881 wurde Kaposi die Leitung der Universitätsklinik für Dermatologie und Syphilidologie am Allgemeinen Krankenhaus in Wien übertragen. 1872 beschrieb er erstmals das als Kaposi-Sarkom bekannte multiple idiopathische Pigmentsarkom.
Im Februar 1890 gründete Kaposi die "Wiener Dermatologische Gesellschaft", 1933 wurde der Name in "Österreichische Dermatologische Gesellschaft" und 1984 in "Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie" geändert.
(nach Karl Holubar)

 

Wir danken Herrn Univ. Prof. Dr. Karl Holubar für diese Beiträge:

The Austrian Society of Dermatology and Venereology

Moriz Kaposi 1837-1902: a historical reappraisal

The roots of international dermatology: a historical tabulation

William Dubreuilh and the development of dermatopathology in his time