01/2016, Bad Aussee

Science Days foto 4Auf Initiative der ÖGDV fanden vom 7. - 9.1.2016 im zentral gelegenen Bad Aussee im Salzkammergut, im Hotel Erzherzog Johann, die 1. Science Days statt.
Primäres Ziel dieser Forschungstage ist die Förderung der dermatologischen Forschung in Österreich und Schaffung einer Plattform zum wissenschaftlichen Austausch innerhalb Österreichs mit internationaler Beteiligung. Ein Forum soll etabliert werden, wo vor allem junge,aufstrebende Wissenschaftler, die eine Karriere in akademischer oder forschungsbezogener Dermatologie anvisieren, ihre neuesten Arbeiten und auch unpublizierte Daten präsentieren und zur Diskussion freistellen können. Der Austausch innerhalb österreichischer dermatologischer Forschungsgruppen kann so forciert werden und die Zusammenarbeit intern, als auch mit der Industrie gestärkt werden.
Die Teilnehmer und in weiterer Folge auch die gesamte österreichische Dermatologie können von diesem Meeting in hohem Maße profitieren, nicht zuletzt durch Bildung langfristiger Kollaborationen, Arbeitsgemeinschaften und auch Freundschaften.

Das Treffen wurde vom ÖGDV-Präsidium und unter der Supervision von Prim. Univ.-Prof. Dr. Matthias Schmuth ins Leben gerufen und von dem Scientific Comittee, bestehend aus Ass.-Prof. Sandrine Dubrac (Innsbruck), Ass.-Prof. Florian Gruber (Wien), Ass.-Prof. Verena Paulitschke (Wien), Dr. Christine Prodinger (Salzburg) und Ass.-Prof. Georg Stary (Wien) organisiert.
Circa 60 Teilnehmer bildeten eine versierte Population von jungen Wissenschaftlern und erfahrenen Mediziner/Biologen und präsentierten neueste Ergebnisse aus ihren Laboratorien und Forschungseinrichtungen, welche anschließend in anregender Atmosphäre die Basis für Diskussionen bildeten. Das kurzweilige Programm und die Postersession sowie gemeinsame Aktivitäten am Nachmittag und Abend ermöglichten zudem in ungezwungenem Ambiente die Generierung neuer Kollaborationen und Ideen für zukünftige Projekte.
Der Schwerpunkt und auch der Rahmen dieser Veranstaltung, wo sich die Vielfalt der österreichischen dermatologischen Forschung in Österreich indirekt widerspiegelte, ruhte auf fünf Themenbereiche. Die Teilnehmer konnten so teils hochkarätige Präsentationen aus den folgenden Gebieten vernehmen:
•    Melanom und melanozytäre Biologie
•    Kutane Entzündung und Inflammasom
•    Kutane dendritische Zellen
•    Themen aus dem klinischen Bereich
•    Neue Technologien für dermatologische Forschung

Impulse für Diskussionen und Gespräche generierten zudem renommierte Gastredner aus ganz Europa: Prof. Mauro Picardo aus Rom / Italien gab ein Update über Pathogenese und Therapiemöglichkeiten der häufigsten Depigmentierungserkrankung Vitiligo, Prof. Lars French aus Zürich / Schweiz lieferte eine herausragende Übersicht über die molekulare Welt des Inflammasoms und sprach über die Rolle von IL-1 beta im Prozess der neutrophilen Hautinflammation. Weiters entstanden ergiebige Diskussionen auf den Vortrag von Prof. Björn Clausen aus Mainz / Deutschland über die vielfältigen Gesichter und immunologischen Funktionen der dendritischen Zellen der Haut. Dr. Patrick  Harrisson aus Cork / Irland übermittelte seine Erkenntnisse aus der Gentechnik, im Speziellen berichtete er über die Anwendung der aufstrebenden CRISPR Technologie bei dermatologischen Pathologien. Schließlich führte Dr. Sabine Pietkiewicz aus Magdeburg / Deutschland die Vorteile der neu entwickelten Imaging - Flowzytometrie zur Analyse von Prozessen des Zelltodes, insbesondere der Apoptose und Nekroptose ein.

Science Days 5Besonderer Wert wurde bei diesem Meeting bewusst auf ausreichende Freiräume zur Kommunikation und den wissenschaftlichen Austausch/Interaktion der Teilnehmer gelegt, da konsekutiv die Entstehung von interessanten, produktiven Diskussionen über dermatologische Forschungsthemen beobachtet werden konnte – insbesondere die aktive Beteiligung der jungen Forscher/Mediziner bereicherte diese Veranstaltung, nicht zuletzt durch ihre visionären Ideen und Begeisterung für die dermatologische Forschung in Österreich. Einige junge Forscher/Mediziner hatten hier auch erstmals die Gelegenheit ihre Arbeit vor einem Fachpublikum zu präsentieren, erhielten ein konstruktives Feedback und konnten ihre  Präsentationstechniken und Diskussionsfähigkeit trainieren. Die Interaktion von jungen und erfahrenen Forscher bzw. Mediziner aus ähnlichen oder differierenden Forschungsgebieten in sympathischer Atmosphäre avancierte definitiv qualitätsvolle wissenschaftliche Diskussionen und den Wissenstransfer.
Zum Ausdruck der Anerkennung wurde unter allen eingereichten Abstracts ein € 2.500 Award verliehen, der einen Aufenthalt in einem Labor der Wahl in einer europäischen Stadt ermöglichen sollte. Der Preisjury (bestehend aus Univ.-Prof. Dr. J. Auböck, Univ.-Prof. Dr. R. Knobler, Prof.-Dr. R. Lang und Univ.-Prof. Dr. B. Volc-Platzer) ist die Auswahl nicht einfach gemacht worden, ob der herausragenden Arbeiten und Präsentationen, sie haben sich schließlich für PhD Stefan Blunder aus Innsbruck entschieden, der seine Forschungsarbeit “FLG mutations lead to an inflammatory phenotype in AD HEEs” überzeugend darbot.

Science Days 2Am Ende war man sich einig, dass die Science Days eine Fortsetzung im nächsten Jahr finden müssen und Potential besitzen, der österreichischen dermatologischen Forschungslandschaft, nicht zuletzt durch den Support junger WissenschaftlerInnen, einen erheblichen Aufschwung zu bringen.

Der ÖGDV, den Hauptsponsoren, Eli Lilly, Abbvie, den Co-Sponsoren, Almirall, Celgene, Galderma, Janssen, Leo, Meda, sowie allen weiteren Beteiligten gebührt großer Dank für die Unterstützung, wodurch dieses Treffen erst möglich gemacht wurde.

Autor:
Dr. Christine Prodinger

Scientific Comittee:
Ass.-Prof. Sandrine Dubrac (Innsbruck), Ass.-Prof. Florian Gruber (Wien), Ass.-Prof. Verena Paulitschke (Wien), Dr. Christine Prodinger (Salzburg) und Ass.-Prof. Georg Stary (Wien)

ÖGDV Präsidium Liaison:
Prof. Matthias Schmuth