01.07.2026

Pressegespräch zum Thema „Hautkrebs-Vorsorge neu gedacht: Mehr Sicherheit durch gezielte Früherkennung“

Schluss mit der jährlichen Muttermalkontrolle für alle? Das regelmäßige Hautkrebsscreening bei Dermatolog:innen gilt für viele Menschen als fixer Bestandteil der Vorsorge. Doch ist das medizinisch eigentlich sinnvoll?

Im Rahmen eines Pressegesprächs präsentierten ÖGDV-Vizepräsident Prim. Univ.-Prof. Dr. Franz Trautinger, Prof. Priv.-Doz. DDr. Peter Kölblinger, MBA, Erstautor des Konsensus sowie Dr. Manfred Fiebiger, Bundesfachgruppenobmann Dermatologie den ersten, bundesweiten Expertenkonsens zur Hautkrebs-Früherkennung. Dabei griffen sie unter anderem Fragen auf wie:

  • Warum braucht es ein strukturiertes Screening?
  • Wie liegt Österreich im internationalen Vergleich?
  • Wer braucht künftig regelmäßige fachärztliche Kontrollen? Wer nicht?
  • Wie lässt sich verhindern, dass Hautkrebs zu spät erkannt wird?
  • Warum ist ein ungezieltes Screening nach dem Gießkannenprinzip nicht sinnvoll?

„Die Daten aus Ländern, in denen die Krebsinzidenzen und Krebssterblichkeit systematisch erfasst werden zeigen, dass durch ungezieltes Screening die Sterblichkeit an Hautkrebs nicht gesenkt werden kann. Daher war es uns in der Fachgesellschaft ein Anliegen, Sicherheit für die Bevölkerung herzustellen, indem wir eine Struktur ausgearbeitet haben, die zuverlässig und funktionell relevanten Hautkrebs früh erkennt und Patient:innen zeitnah einer entsprechenden hochqualitativen Behandlung zuführt“, betonte Prof. Trautinger.

Prof. Kölblinger stellte klar: „Die Früherkennung von Hautkrebs ist unverändert ein zentrales Anliegen der ÖGDV! Wir übernehmen eine Vorreiterrolle, indem wir nun erstmals wissenschaftlich fundierte Empfehlungen in Sinne eines risikoadaptierten Screenings ausgearbeitet haben, was auch international empfohlen, aber noch nirgendwo umgesetzt wurde.“

Dr. Fiebiger betonte, dass knappe Ressourcen dort eingesetzt werden müssen, wo sie gebraucht werden: „Sehr viele Menschen kommen in Praxen und wollen einmal jährlich eine Muttermalkontrolle. Ungezielte Untersuchungen nach dem Gießkannenprinzip sind aber nicht sinnvoll und blockieren gerade in unterversorgten Gebieten Ressourcen, die gebraucht werden, um Personen mit verdächtigen Hautveränderungen abklären zu können.“

Von der Empfehlung zur Umsetzung

Damit aus dem Konsensus gelebte Versorgung wird, braucht es nun eine abgestimmte Umsetzung. Dermatolog:innen, Allgemeinmediziner:innen, Sozialversicherung, Ministerium, Ärztekammer, Krebshilfe und Patientenvertretungen sollen gemeinsam an einem bundesweit nachvollziehbaren Modell arbeiten. Der ÖGDV-Konsensus, der in den kommenden Monaten publiziert werden wird, ist damit kein Schlusspunkt, sondern ein Startpunkt: für eine strukturierte, österreichweit einheitliche und regelmäßig evaluierte Hautkrebs-Früherkennung, die wissenschaftliche Evidenz, medizinische Qualität und den tatsächlichen Bedarf der Menschen verbindet

Rückfragen unter:
big5comm Film Media & Communication GmbH, Ursula Sitsch
E-Mail: ursula.sitsch@big5comm.at, Tel: +43/660/845 3703

Fotos des Pressegesprächs und die Pressetexte finden Sie hier:

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Empfehlungen zur Hautkrebsfrueherkennung (pdf)

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